Samsung Galaxy S7 Edge im Test

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Seit März ist das Samsung Galaxy S7 Edge auf dem Markt und bei Vodafone im Shop erhältlich. Die Zeitschrift Chip hat das Smartphone hinreichend getestet. Hier nun die Einschätzung der Experten.

Zu allererst wird gelobt, dass beim S7 Edge wieder ein microSD-Slot verbaut ist – das war der größte Kritikpunkt am Vorgängermodell. Der interne Speicher von 32 GByte lässt sich so um maximal 200 GByte erweitern. Weggefallen sind dafür aber die verschiedenen Speichergrößen. Etwas schade: Bei der internationalen Version des S7 Edge könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr eine Speicherkarte oder lieber eine zweite SIM-Karte einlegt.

Edge UX

Die neuen Kanten-Features des S7 Edge begeistern: Je nach Präferenz wischt man entweder über die rechte oder linke Displaykante, um das neue Edge UX zu aktivieren. Von der Kante aus lassen sich Schnellzugriffe für wichtige Kontakte, häufig genutzte Apps sowie Shortcuts zu bestimmten App-Funktionen aufrufen – etwa, um den Panorama-Modus der Kamera zu öffnen oder ohne Umwege eine SMS zu schreiben. Vorhanden ist auch wieder das vom Note Edge bekannte Lineal, neu ist hingegen die Edge-Taschenlampe und ein Kompass. Wer bei ausgeschaltetem Display über die Edges wischt, bekommt außerdem ungelesene Nachrichten oder zurückgelegte Schritte angezeigt. Ab einer bestimmten Uhrzeit aktiviert sich auf Wunsch auch die seitliche Nachtuhr.

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Brillanter 5,5-Zoll-Screen

Während das Vorgängermodell Galaxy S6 Edge, mit 5,1 Zoll genauso groß war wie das konventionelle S6, misst das Samsung Galaxy S7 Edge jetzt 5,5 Zoll in der Diagonalen. Verbessert hat sich die maximale Helligkeit des Displays – die liegt jetzt rund 90 Candela höher bei maximal 471,2 cd/m². Unter starker Sonneneinstrahlung wird das S7 Edge übrigens noch einmal etwas hochgeregelt. Gleich geblieben ist die scharfe QHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel – 2K.
Die Blickwinkelstabilität scheint sogar etwas besser zu sein.

S7 – always-on

Durch das Always-on-Display (AoD) lassen sich derzeit drei verschiedene Funktionen auf den sonst schwarzen Standby-Bildschirm beamen: Eine Uhr, der Kalender sowie kleine Bilder. Samsung gibt zwar keinen Akku-Verbrauch für das AoD an, aufgrund der OLED-Technik und unseren Beobachtungen schätzen wir aber ca. 1 Prozent Akkuverlust pro Stunde. Insgesamt können sich die Akkulaufzeiten des mit 3.6 mAh bestückten S7 sehen lassen: Rund zehn Stunden Telefonieren ist möglich.

Turbo-Fokus

Obwohl die Kamera mit nur noch 12 statt 16 Megapixel auskommen muss, macht das S7 Edge bessere Bilder als der Vorgänger. Echt umgehauen haben die Bilder bei Schwachlicht: Diese sind unglaublich hell und scharf bei recht moderatem Rauschen. Die bessere Schwachlicht-Qualität führen wir auf die größeren Pixel des Bildsensors zurück. Zudem liegt die maximale Offenblende jetzt bei f1.7, wodurch mehr Licht auf den Sensor gelangt.

Der Auto-Fokus ist unglaublich: Samsung adaptiert die von Canon bekannte Dual-Pixel-Technologie. Hier ermöglichen zwei unabhängige Fotodioden pro Pixel die Scharfstellung des Motivs in Echtzeit. Das ist besonders hilfreich im Verfolgungsmodus von sich bewegenden Objekten. Nichts geändert hat sich allerdings am 4K-Camcorder und der 5-Megapixel-Frontknipse. Für besonders kreative Smartphone-Fotografen ist neben zahlreichen anderen Modi auch eine Profi-Einstellung für manuelles Feintuning sowie eine “Essen”-Option dabei, die Burger und Fritten für den nächsten Facebook-Post richtig in Szene setzen soll. Slowmotion-Aufnahmen gelingen mit 240 Bildern pro Sekunde.

Mega Performance und beste Verarbeitung

Der neue Exynos-8890-Prozessor beschleunigt das S7 Edge ordentlich auf Top-Speed und zeigt sich nochmal agiler als die bereits starke HiSilicon Kirin 950-CPU von Huawei. Insgesamt acht Kerne verputzen 4 GByte Arbeitsspeicher – so zumindest die Werksangabe von Samsung.

Apps öffnen sich fast ohne Verzögerung, vor allem die Kamera-App startet unfassbar schnell unter einer Sekunde. Gelegentlich nimmt sich jedoch die News-Übersicht links vom Homescreen eine Millisekunden-Auszeit, bevor sie vollständig geladen ist. Android 6 ist vorinstalliert, die angepasste TouchWiz-Version bietet coole Zusatzfeatures wie Smart Stay oder den vereinfachten Modus für Einsteiger.

Die Verarbeitung ist sehr überzeugend. Dank der leicht abgerundeten Rückseite à la Note 5 liegt das S7 Edge wesentlich besser in der Hand. Das Gehäuse ist nach IP68-Zertifizierung wasserdicht. Kleine Kritikpunkte gibt es dennoch: So könnte der Druckpunkt des Homebuttons etwas sanfter sein und der Fingerabdruckscanner auch ohne Druck auf den Homebutton funktionieren. Zudem ist gerade das schwarze Modell sehr anfällig für Fingerabdrücke, glänzt dafür im sauberen Zustand aber auch sehr edel. Einen Infrarot-Sender gibt es nicht mehr.

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Bildquelle winfuture.de

Schwachpunkt Akustik

Die Telefonakustik schwächelt im Vergleich zum normalen S7. So fällt etwa auf, dass Wortenden oft verschluckt werden und gelegentlich Echos zu hören sind. Der Freisprecher klingt zwar ganz gut, man haben aber auch schon bessere Smartphones in dieser Disziplin gehört. Dafür gelingt das Gegensprechen in den meistens sehr gut. Musik hört sich mit den mitgelieferten Kopfhörern sehr gut an – richtig knackig klingt das Headset allerdings erst, nachdem man den Equalizer im Hauptmenü bemüht hat. Der Sitz im Ohr könnte angenehmer ausfallen.

Alternative zum S7

Mit seiner Displaygröße von 5,5 Zoll liegt das Galaxy S7 Edge genau zwischen dem S6 Edge Plus und dem S6 Edge. Wer auf ein großes Display Wert legt, sollte zum rund 580 Euro teuren Edge+ greifen. Alle anderen, sind mit dem etwas günstigeren S6 Edge besser beraten. In puncto Speed müssen sich die beiden Vorgänger nicht zwingend hinter dem neuen S7 Edge verstecken. Nach wie vor top ist auch die Kamera, die sogar höher auflöst als beim Nachfolger. Verzichten müssen Sie allerdings auf den microSD-Slot und das wasserdichte Gehäuse.