Warnung vor Backdoors im Mobilfunknetz

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Vodafone will ein britisches „Schnüffelgesetz“ verhindern, das sogenannte Backdoors im Mobilfunknetzwerk und in den Endgeräten der User ermöglichen soll. Die Verschlüsselung soll umgangen werden, Polizei und Geheimdienste sollen Zugriff auf das Instant Messaging erhalten. Davon wäre auch Deutschland betroffen.

Vodafone warnt vor einem neuen britischen Gesetz, das die Regierung legitimiert,Backdoors in der Mobilfunknetzwerkausrüstung und in den Endgeräten der User zu implementieren. Das berichtet die britische Zeitung Financial Times. Vodafone erklärte, die Investigatory Powers Bill (IPB), auch Schnüffelgesetz genannt, riskiere einen „signifikanten Vertrauensverlust“.

Diese Angriffsmöglichkeiten für Polizei und Geheimdienste seien ein „erheblicher Eingriff in die Freiheit des Netzbetreibers und der Endbenutzer“.

Vodafone fragte in einer Vorlage an einen Ausschuss des Londoner Parlaments, das die Gesetzesvorlage erarbeitet, ob ein „solch massiver Eingriff tatsächlich nötig“ sei.

Ziel sind Instand Messaging Dienste

Nach den Plänen der britischen Regierung soll die Verschlüsselung umgangen und der Zugriff auf Instant Messaging gewährleistet werden, wogegen sich Vodafone besonders wehrt.

Apple hatte zuvor erklärt, die Investigatory Powers Bill würde global den Technologiesektor hemmen und internationale Konflikte heraufbeschwören. Der Wunsch nach Zugriff auf in anderen Ländern gespeicherte Daten werde „erhebliche Teile des Tech-Sektors lähmen und ernste internationale Konflikte hervorbringen“. Zudem würden sich andere Länder wahrscheinlich ein Beispiel nehmen.

Die Vorratsdatenspeicherung von Telefonverbindungs- und Standortdaten aller Bürger wird auch zu dem Gesetz gehören. Zeitungsberichten zufolge sollen Internet Provider zusätzlich verpflichtet werden, für zwölf Monate die Browserchronik und die Suchbegriffe der Nutzer zu speichern. Aufgezeichnet werden sollen auch die App-Nutzug, E-Mail und Chatinhalte sowie -kontakte.

Laut der britischen Zeitung Telegraph werden 38 verschiedene Behörden auf die Daten zugreifen können, darunter auch Steuerbehörden – vorausgesetzt, ein Minister hat die Überwachung angeordnet und ein Richter ihr zugestimmt.